September 2026
Erst Werkstudent, inzwischen festes Mitglied unseres Teams: Marcel Ohrenschall hat Philosophie studiert und sich an der LMU, der Universität Wien und am MCMP (Munich Center for Mathematical Philosophy) mit KI-Theorie und KI-Ethik beschäftigt. Thematisch passend wurde er kürzlich vom Handelsblatt für den Artikel „Warum KI-Unternehmen jetzt Philosophen einstellen“ interviewt.
Doch wie sieht die Schnittstelle zwischen Philosophie und KI in der Praxis bei Content5 eigentlich aus?
Wir sehen grundsätzlich einen großen Wert in den Denkwerkzeugen der Philosophie. Textverständnis, analytisches Denken, die Strukturierung von Wissen und themenspezifische Expertise finden bei uns täglich Anwendung. Grundsätzlich gehören geisteswissenschaftliche Kompetenzen seit jeher zu den Stärken unseres Teams und sind für hochwertige Recherchearbeit unverzichtbar.
Bereits bei der Gründung von Content5 wurde häufig argumentiert: Wenn jeder Google nutzen kann, braucht es keine Recherche mehr. Das Gegenteil war der Fall. Menschen müssen Informationen nicht nur suchen, sondern auch Quellen bewerten, Suchergebnisse einordnen und Aussagen überprüfen. Dabei gilt: Je mehr Infos, desto wichtiger sind diese Folgearbeiten. Und dafür braucht es Expert*innen.
Genauso verhält es sich heute mit KI. Dass KI-Tools für viele zugänglich sind, ersetzt nicht die Notwendigkeit, kritisch mit ihnen umzugehen. So müssen KI-Prompts passend formuliert werden sowie KI-Outputs bewertet, Quellen überprüft und Aussagen auf ihre Belastbarkeit getestet werden. Im Unterschied zur Suchmaschine sind KI-Modelle hingegen eine Art Blackbox und deutlich komplexer. Die Notwendigkeit für unsere Expertise ist damit noch größer geworden.
Zudem ist ein gewisses technisches Verständnis nötig, um mit ihr zuverlässig arbeiten zu können. Auch hier hilft uns der akademische Hintergrund unseres neuen Mitarbeiters, bspw. bei der Entwicklung von eigenen Recherchetools, die unsere internen Prozesse gezielt unterstützen. Gleichzeitig hilft uns ein tieferes Verständnis von KI dabei die Grenzen von KI-Systemen realistisch einzuschätzen und dort Skepsis walten zu lassen, wo sie angebracht ist.
Daher bleibt die Schnittstelle von Philosophie und KI bei Content5 nicht theoretisch, sondern zeigt sich ganz praktisch. Wir sind überzeugt, dass die Suche nach belastbaren Informationen, die Bewertung von Aussagen auf Wahrheit und Plausibilität sowie die kritische Prüfung von Quellen Fähigkeiten sind, die in vielen geisteswissenschaftlichen Studiengängen vermittelt werden und im Zeitalter generativer KI zunehmend an Bedeutung gewinnen. Entwicklungen wie die Gründung des Artificial Intelligence Safety Institute (AISI) Deutschland und das EU-Forschungsprojekt AIOLIA (über beides hatten wir berichtet), unterstreichen den Bedarf solcher Kompetenzen.
Bildnachweis: © [2026] [KI-Gen.] Marcel Ohrenschall. Basierend auf Werken von Andreas Ohrenschall